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Stadt nicht zuständig: Neue Betroffene von Gestank in Wevelinghoven

Wevelinghoverner klagen über chemischen Gerüche an der Poststraße. Mehrere Betroffene haben sich an die Stadt gewandt – zuständig ist aber der Kreis. Der wird erst tätig, wenn sich Bürger direkt dort melden.

In Wevelinghoven herrscht immer noch dicke Luft. Wie unsere Redaktion berichtete, klagen Anwohner der Poststraße über chemische Gerüche, die immer wieder auftreten. Während der schwül-heißen Tage der vergangenen Wochen war es besonders schlimm, weshalb sich das Ehepaar Zadeck an unsere Redaktion wandte. Inzwischen haben sich sowohl bei der Stadt als auch bei er NGZ weitere Betroffene gemeldet. Hoffnung auf Besserung ist trotzdem nicht in Sicht. Die Stadt ist nicht zuständig und der Kreis wird nur aufgrund der Berichterstattung über das Problem nicht tätig.

Hannelore Mouget hat die neuen Entwicklungen an der Poststraße mit großem Interesse verfolgt. Sie wohnt am Anfang der Straße, in Richtung Kreisverkehr „An der Eiche“. „Wir erleben hier ständig genau das Gleiche wie die Zadecks“, sagt Mouget, die inzwischen seit 30 Jahren an der Poststraße wohnt. Sowohl ihrem Ehemann als auch einer ihrer Mieter sei der unregelmäßig auftretende Gestank aufgefallen und ein Dorn im Auge. „Wir sitzen gerne und auch spät abends noch lange draußen im Garten“, sagt Mouget. Doch immer wieder lassen sich die Gartenfreunde aus ihrem grünen Wohnzimmer vertreiben. „Auf einmal riecht es über all wie in einem Medizin-Labor. Dann war es das mit schön im Garten sitzen“, ärgert sich Mouget. Stattdessen stehen sie schnell aus ihren Stühlen auf, um alle Türen und Fenster zu schließen. Denn während sich der Gestank draußen relativ schnell verflüchtigt, ist er aus geschlossenen Räumen nur schwer herauszubekommen. „Am schlimmsten ist es, wenn diese Luft ins Schlafzimmer zieht“, weiß Mouget aus Erfahrung.

Die Stadt hat sich des Problems zumindest kurz angenommen. „Wir haben angefangen Grundlagenermittlung zu betreiben und mit mehreren Betroffenen gesprochen“, sagt Stadtsprecher Stephan Renner. Letztlich habe man die Angelegenheit aber an den Rhein-Kreis Neuss abgeben müssen, weil dort die Untere Emissionsschutzbehörde zuständig sei. „Wir hoffen jetzt auf den Kreis, damit für die Betroffenen schnellstmöglich eine Verbesserung eintritt“, sagt Renner.

Das Problem: Dort sind bislang noch keine Maßnahmen eingeleitet worden. Vor einigen Jahren habe es einige Überprüfungen gegeben, die jedoch ergebnislos gewesen seien, teilt der Kreis mit. Seitdem gebe es „nichts Neues“. Die Berichterstattung habe man verfolgt und laut Stadt Grevenbroich hat ein Austausch stattgefunden. Der Kreis werde jedoch erst tätig, wenn sich Betroffene direkt dort melden.

Hannelore Mougtet hat indes einen eigenen Verdacht: Sie hält einen in der Nähe ansässigen Industriebetrieb für den möglichen Verursacher. Der Betrieb steht aber unter der Aufsicht der Bezirksregierung Düsseldorf und die schaltet sich erst ein wenn der Kreis diesbezüglich anfragt. Damit liegt es jetzt also an den Bürgern, selbst Kontakt mit der Kreisverwaltung aufzunehmen.

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